Mehr Pflegepersonal für ein solidarisches Gesundheitssystem!

***Gründung der SDS Arbeitsgruppe Entlastung jetzt!***

Die Zustände in deutschen Krankenhäusern sind erschreckend. Da es massiv an Pflegepersonal mangelt, gehört endloses Warten auf Pflegekräfte und nicht eingehaltene Hygienestandards zur Normalität. Auf eine Pflegekraft kommen im Schnitt 10 Patient*innen, damit zählt die BRD zu den europäischen Schlusslichtern.

Zu wenig Pflegepersonal bedeutet ein schlechtes Gesundheitssystem. Das bedeutet zum einen für die Pfleger*innen eine hohe Belastung, welche der eigenen Gesundheit schwer schadet. Zum anderen können Patient*innen nicht angemessen betreut werden, sie müssen sogar häufig frühzeitig entlassen werden. Die weitere nötige Pflege bleibt dann an den Angehörigen und Familien hängen, insbesondere Frauen sind von dieser Doppelbelastung betroffen.

Die untragbaren Zustände in den Häusern sind aber kein Naturgesetz, sondern dem neoliberalen Umbau unseres Gesundheitssystems geschuldet. Krankenhäuser müssen profitorientiert arbeiten. Bestimmte Diagnosen sind seit der Einführung des Fallpauschalensystems lukrativer als andere. Eingespart wird beim Pflegepersonal, dessen Arbeitspensum fast endlos erhöht wird, damit Gewinn erwirtschaftet werden kann. Es fehlen bundesweit 100.000 Stellen im Pflegebereich.

Aber: es regt sich Widerstand! 2016 haben die Beschäftigten der Berliner Charité erstmals einen Tarifvertrag mit verbindlichen Personalschlüsseln erkämpft. Da dieser Vertrag nicht richtig eingehalten wird, kämpfen Beschäftigte der Charité weiter für eine Verbesserung ihres Tarifvertrages und mehr Verbindlichkeit. Unterstützt werden sie dabei von einem breiten, zivilgesellschaftlichen Bündnis. Dieses Jahr hat ver.di außerdem 100 Häuser zu Verhandlungen eines Tarifvertrags für personelle Mindestbemessung aufgerufen. Diese werden mit (Warn-)Streiks, Aktionstagen, Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen in der ganzen Republik begleitet.

In Freiburg demonstrierten im September über 700 Menschen für eine personelle Mindestbemessung in der Pflege.

Wir als DIE LINKE.SDS solidarisieren uns mit dem streikenden Pflegepersonal und finden, dass diese Zustände viel zu lange angehalten haben! Kein*e Pfleger*in würde seine Patient*innen unbetreut lassen, wenn es nicht sie selbst wären, die Hilfe benötigen. Ein Pflegenotstand geht uns alle etwas an – deswegen sollten wir Alle die Streiks vor Ort unterstützen. Für mehr Pflegepersonal zusammen auf die Straße!

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In der SDS AG Entlastung jetzt! haben wir uns innerhalb unseres Verbandes zusammen geschlossen, um die Kämpfe des Pflegepersonals zu unterstützen. Bei Fragen und/oder Interesse melde Dich gerne bei der jeweiligen Lokalgruppe oder bei Franzi aus dem Bundesvorstand: franzi.pfab@web.de

Folgende SDS Gruppen sind zu dem Thema bereits aktiv: Augsburg, Berlin HU, Berlin FU, Bremen, Düsseldorf, Freiburg, Hannover, Köln, Mainz, Leipzig

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